Schule: Fehlsichtige Kinder sind beim Lernen benachteiligt

Mit dem neuen Schuljahr beginnt für jedes fünfte Kind auch der Kampf mit zu kleiner Schrift an der Tafel, verschwommenen Zahlen im Matheheft oder dem generellen Gefühl, nicht mithalten zu können. Denn laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte haben 20 Prozent der Kinder Sehprobleme. Bleiben diese unentdeckt, macht sich das nicht nur bei den Schulnoten bemerkbar, sondern kann das die kindliche Entwicklung erheblich hemmen.

 “Kinder, die schlecht sehen, müssen sich mehr anstrengen, ermüden dadurch schneller und bleiben nicht selten hinter ihren Möglichkeiten zurück,” erklärt Rebekka Locke vom Kuratorium Gutes Sehen e.V. (KGS) in Berlin. Hinzu kommen Fehler beim Schreiben oder Rechnen aufgrund falsch wahrgenommener Schriftzeichen. “Kurzsichtige Kinder können das, was an der Tafel steht, oft nicht richtig erkennen. Weitsichtige haben Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben im Heft. Wenn es dann die ersten Fünfen hagelt, leiden auch Motivation und Selbstbewusstsein des Kindes,” erklärt die KGS-Expertin.

Sehschwächen bei Kindern rechtzeitig korrigieren
Werden Sehfehler bei Kindern nicht vor dem 7. Lebensjahr erkannt und korrigiert, kann sich die Sehfähigkeit nicht normal entwickeln: das Kind bleibt auch im Erwachsenenalter fehlsichtig. Um dies zu verhindern, sollten Eltern schon mit Kleinkindern regelmäßig zum Sehtest. Rebekka Locke: “Viele Eltern gehen mit ihren Kindern erst zum Test, wenn die Probleme in der Schule immer größer werden, im Alter von 8 oder 9 Jahren. Rückgängig gemacht werden kann die Sehschwäche dann nicht mehr. Allerdings kann sie meist unkompliziert mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden – bestenfalls lassen dann auch die guten Noten nicht mehr lange auf sich warten.”

Regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung
Um einem lebenslangen Sehdefizit vorzubeugen, sollten Kinder spätestens im Alter von dreieinhalb Jahren von einem Augenarzt untersucht werden, bei Augenerkrankungen in der Familie bereits zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat, empfiehlt das KGS. Vor Schulantritt sollten Kinderaugen erneut auf den Prüfstand.

Mögliche Anzeichen einer Fehlsichtigkeit bei Kindern
Anstrengungsbeschwerden beim Blick in die Ferne (visueller Stress):

  • häufiges Blinzeln
  • häufiges Zukneifen der Augen

Das Kind

  • hat Sehprobleme im Schulunterricht.
  • hat schlechte Schulleistungen.
  • kann die Schrift an der Tafel nicht lesen.
  • erkennt auf der Straße bekannte Personen nicht.
  • ist auf dem Schulweg gefährdet, weil es die Gefahren im Straßenverkehr nicht rechtzeitig erkennen kann.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.